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Liebeserklärung einer Designerin Linda Meixner realisiert Marke „MUNTAVU“, höchster Pop-Up-Store der Alpen am 13. August – Pressemitteilung

Die Geschichte und die Besonderheiten des Montafon in Produkte zu packen – das war die Idee von Designerin Linda Meixner. Daraus entstanden ist die Marke „MUNTAVU“. Erste Stücke der Designlinie „Arwilda“ (zu Deutsch: wild werden) sind ab dem 13. August im Verkauf.

Diesen Bergsommer ist es endlich soweit. Zwischen blühenden Alpenrosen, einem glitzernden Bergsee, dem gigantischen Fuße der Madrisa und an frischer Bergluft, wird die erste Designlinie „Arwilda“ des neuen österreichischen Labels „MUNTAVU“ präsentiert. Hinter dieser Marke steckt Linda Meixner und eine große Idee.

„Entstanden ist das Label im Rahmen meiner Bachelorarbeit“, erklärt Linda, die an der HTWG Konstanz Kommunikationsdesign studiert hat. Sie wollte eine Marke kreieren, die alte Geschichten und die kulturellen Besonderheiten des Montafon – einem Tal im Süden Vorarlbergs – in neuen Produkten aufleben lassen. „Die Marke ‚MUNTAVU‘ ist eine Liebeserklärung an das Montafon“, bringt es die Naturliebhaberin auf den Punkt und ergänzt: „Jedes Stück ist ein Stück Heimatliebe.“

Wie intensiv sich die Montafonerin für insgesamt fünf Designlinien mit dem Tal und seiner Geschichte auseinandergesetzt hat, zeigt bereits das Logo: Das Hauszeichen ihrer Familie aus dem 18. Jahrhundert. Die Montafoner Museen entwickelten sich in der Zeit der Entstehung als zweites Wohnzimmer. Linda Meixner befasste sich intensiv mit heimischen Tierrassen wie dem Montafoner Steinschaf, den Montafoner Trachten und dem Dialekt. Sie steckte ihr ganzes Herzblut in das Projekt. Diesen Sommer, zwei Jahre nach ihrem Studienabschluss, wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit und launcht die ersten beiden T-Shirts der Designlinie „Arwilda“.

„Die Designlinie soll dazu bewegen die Montafoner Natur wieder neu zu entdecken“, erklärt Linda Meixner. Das Wort „Arwilda“ ist ein Verb und wird aus dem Dialekt mit „wild werden“ übersetzt. Die Designlinie ist, wie sich aus dem Name schon erahnen lässt, die „wilde“ Linie der Marke und stellt Flora und Fauna in den Mittelpunkt und lässt durch Illustrationen, Tiere aus ihrer eigenen umgebenden Flora entstehen.

Genauso besonders wie das Label, ist der erste Verkaufstag: Am Gandasee in Gargellen auf 1.966 Meter entsteht am 13. August 2017 der höchst gelegene Pop-Up-Store der Alpen. Zu erreichen ist dieser mit einer Wanderung vom Ortszentrum aus, oder über das Schafbergplateau mit der Bergbahn. An diesem Tag findet darüber hinaus das erste Klangfestival in Gargellen statt.

MUNTAVU 

Label Launch und Pop-Up-Store
Sonntag, 13.08.2017, 10:00 bis 14:00 Uhr

Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist Sonntag, 20.August 2017

Linda Meixner präsentiert im Rahmen des 1. Klangfestival in Gargellen zwischen blühenden Alpenrosen, einem glitzernden Bergsee, dem gigantischen Fuße der Madrisa und an frischer Bergluft, ihre Designlinie „Arwilda“ des neuen heimischen Labels MUNTAVU.

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Die Sprache der Berge – die Ausbildung zu Bergretterin

Es ist schön, dort zu wohnen wo andere Urlaub machen. Ich wohne in Mitten einer gigantischen Bergkulisse auf 1500 Höhenmeter – im Winterparadies. Es ist wunderschön morgens aufzustehen und bei meinem ersten Kaffee die Sonne über den Bergkämmen aufgehen zu sehen. Die frische Luft macht mich wach und ich freue mich jedes Mal, wenn ich diese Riesen aufstehen sehe. Für diesen Anblick nehme ich gerne eine Stunde Autofahrt zu meiner Arbeit in Kauf. „I seg immer, jetzt fahr i wöder in Nebel ahi“ 😉

Doch mit diesem Blick, sehe ich auch jeden Tag wie die Riesen sich verändern. Es schneit, bedeckt wieder die grünen Tannen und Flächen, bis der Wind wieder alles verbläst. Sie stehen immer am gleichen Fleck, aber doch führen sie ihr Eigenleben. Ein Eigenleben, das nicht nur ein paradiesisches Winterwunderland mit sich trägt, sondern auch bedrohlich werden kann. Diese Bedrohlichkeit habe ich schon  früh als Kind miterlebt, sei es aus den Erzählungen meines Enis (Opa) oder dem Lawinenwinter 1999. Anfangs freut man sich als Kind, wenn man nicht zur Schule gehen muss, weil die Straße schließt und auf der Terrasse ganze unterirdische Schlösser aus Schnee gebudelt werden. Doch ich erinnere mich auch gut, als ich das erste Mal aus dem Schlaf gerissen wurde und in wenigen Minuten in meinem Schneeanzug mit meiner Anna Puppe im Arm im Keller stand – damals zitterte der ganze Dachstuhl und wir dachten jetzt kommt sie – die Lawine.


Gott sei Dank war es „nur“ ein Erdbeben.

Mit dem Älter werden, bewegte ich mich immer öfters beim Skifahren im freien Gelände. Ich erinnere mich noch gut an die erste Auffahrt (damals noch mit Skidoo) mit Sepp auf das St. Antönier Joch. Es folgte eine wunderschöne Abfahrt die ich nie vergessen werde. Mit unter war es auch Sepp der öfters mit uns ins Gelände Skifahren ging und später zu mir und Anna, meiner Schwester meinte wir sollen in die Bergrettung kommen. Sepp Braunger war Jahre lang bei uns Ortsstellenleiter. Er war aber nicht nur Bergretter mit Leib und Seele. Er war Berg- und Schiführer und auch der Leiter der Lawinenwarnkommission. Seit gut eineinhalb Jahren sind wir nun Anwärter in unserer Bergrettungsmannschaft unter Leitung von Christian Thöny. Mit jedem Einsatz und jeder Übung freue ich mich mehr über diese Riesen und dem Leben und Umgang mit Ihnen lernen zu dürfen und im Notfall Anderen helfen zu können.

Dieses Wochenende absolvierten wir unter der Kursleitung von Bernhard Bartl unseren Winterkurs auf der Frassenhütte. Freitag ging es im Bergrettungszimmer der Bergrettung Bluden-Bürs los. Vormittags nahmen wir mit Wolfgang Bartl wichtige und interessante Theorie (Stop and Go, Einsatzablauf etc.) durch, während es draußen begann zu schneien. Der Schnee ebnete uns ab Mittag den Weg zur Frassenhütte. Wir starteten mit den Tourenski von der Bergstation.

Oben angekommen ging das erste Programm los. Wir testeten Störfaktoren für ein LVS Gerät. Vor allem der Einfluss eines Mobiltelefons überraschte mich sehr. Egal ob angeschaltet, im Flugmodus oder ausgeschaltet verursachte es eine der größten Störungen auf das LVS Gerät. (Hersteller empfehlen das Mobiltelefon mindestens 20 cm entfernt zu tragen)

Am nächsten Morgen gab es um 7.00 Uhr Frühstück, anschließend wurde mit unserem Ausbildner Johannes Dünser die richtige Tourenplanung (Wetter, Karten lesen mit Kompass, Exposition etc.) besprochen und die Tour für den Tag geplant. Nach einem kleinen und großen LVS und Ausrüstungs -Check starteten wir unsere Tour auf den Hohen Frassen. Während dem kurzen Aufstieg übten und wiederholten wir die genaue Spitzkehrentechnik, dem Gelände angepasstes Spuren und die Zusammenarbeit in einer Gruppe.

 

Oben angekommen eröffnete sich uns eine frisch verschneite Wahnsinns Kulisse mit dem Blick über das Rheintal.

 

Freudig wurden wir von Loui und Milow,  zwei Lawinenhunde (wobei Milow noch in der Ausbildung ist ;-)) , begrüßt. Beide Hunde begleiteten uns den Kurs über. Bernhard erklärte uns den Umgang und Ablauf mit einem Lawinenhund bei einem Einsatz. Die Hunde sind hier höchst konzentriert und angespannt und es herrscht striktes Streichel- und Ansprechverbot. (Es werden aktuell Hundeführer(in) für die Bergrettung gesucht.)

Neben dem Gipfel suchten wir uns einen Platz, wo wir üben konnten. Als erstes stand Schaufeln auf dem Programm. Auch wenn es sich bei den momentanen Schneeverhältnissen unglaublich anhört, wir fanden bis zu zwei Meter Schnee. In einem aufgestellten V bewegten wir ziemlich schnell, eine ziemliche Masse an Schnee. Wir schauten uns das Schneeprofil an und schaufelten ein Loch um anschließend zu sondieren. Wir testeten verschiedene Materialien und Körperteile aus. Ein Skischuh, der sich mit der Sonde sehr hart anfühlt und nicht federt im Vergleich zum Bauch. Oder ein Hüftknochen, der sich ebenfalls sehr hart anfühlt. Ich habe diese Übung schon mehrmals gemacht und lerne auch hier jedes Mal wieder etwas dazu. Anschließend stellten wir eine Mehrfachverschüttung nach, wobei es uns der tiefe Schnee und die Latschen nicht gerade immer einfach machten 😉, doch das sollte es auch nicht sein. Wir hatten uns schließlich die Jause verdient. Marenda with a view….

 

 

 

Nach der Pause kam die Frage auf, was tun wir, wenn sich jetzt einer von uns im freien Gelände verletzt. Mit ein paar Rebschnürle und den Dingen, die wir im Rucksack hatten bauten wir verschiedene Behelfstransportmittel. Den „schönste Knoten Award“ konnten wir damit wohl nicht gewinnen ;-), doch unsere Konstruktionen hielten und funktionierten sehr gut. Hier ein Danke an Johannes unseren Ausbildner, der uns mehrere Tricks und Tipps zeigte. Rebschnürle und ein Karabiner werden in meinem Rucksack nie mehr fehlen.

 

Später fuhren wir gemeinsam ab und ein lehrreicher, toller Tag ging mit einem Blick auf das Nebelmeer zu Ende.

Unser Sonntagmorgen startete sehr aufregend. Für unseren Kurs, kam extra der Helikopter C8 vorbei. Pilot, Notarzt und Flugretter erklärten uns die wichtigsten Dinge die bei einem Einsatz mit Heli zu beachten sind. Einige von uns kamen in den Genuss, den C8 einweisen zu dürfen, wobei der starke Downwash sehr gut zu beobachten war 😉

 

Nachmittags endete unser Winterkurs mit einer gemeinsamen Einsatzsimulierung, bevor wir uns mit Ski und zu Fuß wieder ins Tal bewegten. Als wir gerade aufbrachen, erreichte uns plötzlich die Nachricht, dass bei uns zu Hause eine Lawine im Tal abgegangen sei.

Unser Tag endete von der Übung mit dem Einsatz, der mit unserem Heimkommen, aber schon abgeschlossen war und es Gott sei Dank keine Verletzten gab.

Es war ein tolles Wochenende und ich konnte viel lernen und mein Wissen über unsere Berge ausbauen.

Die Sprache der Berge zu verstehen bleibt für mich jedoch ein Lernprozess fürs Leben.

 

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Arwilda – Zit für Dossa

Gigantische Naturkulissen, mächtige, Berge, frische Bergluft, 100% garantierte Schneesicherheit, unendliche Wanderwege und Pistenkilometer. Das klingt wie der perfekte Urlaubsort und das ist es auch. Das Montafon. Ein kleines Tal am Ende von Vorarlberg in Österreich. Abseits der Pisten und Wanderrouten besitzt das kleine Tal jedoch noch größere Schätze. Die Kultur und Tradition des Montafons.

Bis heute träumen junge Mädchen von ihrer eigenen Montafoner Tracht, Bergbauern züchten das Montafoner Steinschaf und Braunvieh, auf den alten Maisas (alte Hütten) findet man in Dachbalken alte Hauszeichen aus dem 16. Jahrhundert, die das Familienlogo zeigen und die Einheimischen sprechen den Montafoner Dialekt aus dem Räterromanischen. Das Montafon hat eine unendliche und uralte Geschichte.
Für meinen Bachelor Abschluss entwickelte ich eine Marke von 1500 Höhenmeter. 

Die Idee ist eine Marke, die diese alte Geschichte und die kulturellen Besonderheiten des Montafons in neuen Produkten aufleben lässt. Die Marke »Muntavu« ist eine Liebeserklärung an das Montafon und für mich ein Stück Heimatliebe. 

Das Ziel der Arbeit ist es das Montafon über die Grenzen des Tales und des Tourismus hinaus bekannt zu machen.

Von Herzen an der Hand 

Für die Marke »Muntavu« wurden fünf verschiedene Designlinien entworfen und produziert. Es wurde von Hand gedruckt, gestickt und genäht. Jede der Designlinien hat einen anderen Charakter und Input aus der Montafoner Kultur und Geschichte. Eine Marke, die inspirieren soll die besonderen Dinge, die kleinen Dinge, die vergessenen Dinge und die alten Dinge der Heimat wieder zu entdecken.

Hier stelle ich euch nun das erste Mal eine der fünf Designlinien im Detail vor.

Die Designlinie: Arwilda – Zit für Dossa  


Die Designlinie Arwilda soll dazu bewegen die Montafoner Natur wieder neu zu entdecken. Das Wort „Arwilda“ ist ein Verb und wird aus dem Dialekt mit „wild werden“ übersetzt. Die Designlinie Arwilda ist, wie sich aus dem Name schon erahnen lässt, die „wilde“ Linie der Marke.

In dieser Linie tritt die Flora und Fauna des Montafons in den Mittelpunkt. Im Montafon gibt es seltene Tiere und Pflanzen zu sehen wie zum Beispiel Steinbock, Rotwild, Murmeltier, Gämse, Enzian, Arnika, Alpenrosen und viele mehr. In der Designlinie entstehen durch Illustrationen, Tiere aus ihrer eigenen umgebenden Flora. 




Diese neuen Bildzusammensetzungen sollen inspirieren die Montafoner Natur wieder genauer selbst zu entdecken. Die Farben der Designlinie bewegen sich in den Farben der Natur. Die Schnitte sind in dieser Kollektion bequem genug um damit raus zu gehen und sich zu bewegen.



Wandern! Atmen! Frei sein!  Pack deine Jacke und deinen Pullover ein. Fühl dich frei, nimm dir Zeit, entdecke kleine Dinge und trage dein Stück Muntavuner Natur am Herzen. Es ist Zeit für draußen.

Die Kollektion gibt es noch nicht zu kaufen… Bleibt gespannt 😉 ….
Auszug aus meiner Bachelorarbeit an der HTWG Konstanz mit Prof. Judith Grieshaber 

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Da Sunna entgega

Umgeben von der schwarzblauen Nacht starten wir unsere Tour. Es ist stockdunkel. Das hellste Licht, unsere Stirnlampen, die uns unseren Weg und den umliegenden Wald beleuchten. In der Ferne, immer kleiner werdend die Lichter Gargellens. In der Nacht hat es geregnet, die Piste ist sehr steil und glatt. Ab und zu rutscht uns ein Ski davon. Wir nehmen es mit Humor und laufen weiter. Langsam beginnen die Berge zu Leuchten. Eine schwarze, markante Berglinie zeichnet sich in den Himmel. Wir erreichen das Schafbergplateau. Die Lifte stehen noch still. Die Fenster des Bergrestaurants verwandeln sich in eine riesen Spiegelwand, in der sich die Bergwelt glänzend präsentiert.

Plötzlich wird die Stille unterbrochen und wir werden freundlich, gackernd von ein paar Schneehenna begrüßt. Da leider etwas der Schnee fehlt, lassen wir unsere Ski am 4-Sessel Berg stehen und steigen zu Fuß über den Grad weiter auf.

Der Himmel beginnt sich zu färben. Leichtes Lila, Rosa, Hellblau, Orange und Türkis vermischen sich zu einem  kitschigen Anblick. Die Gipfelspitzen beginnen zu Leuchten und der Blick in die Ferne wird unbeschreiblich. Die Stille, die frische Luft, der Himmel und die mächtigen Riesen vereinen sich zu einem atemberaubenden Spektakel. Jeder Schritt und jede Schweißperle haben sich gelohnt.


Lukas und Anna beschließen noch weiter auf den Gipfel zu gehen. Es fällt mir sehr schwer, aber ich entscheide mich dagegen, mir ist es heute zu rutschig.

Ich suche mir einen windstillen Platz. Langsam funkelt die Sonne mir entgegen. Es wird warm. Ich schaue ins Tal und kann mir keinen schöneren Frühstücksplatz vorstellen. Selten fühle ich mich diesen Riesen, die ich so sehr liebe, so nahe. Hier oben wird mir erst wieder bewusst wie klein wir doch sind und wie unwichtig doch manchmal unsere Sorgen sind.

Ich freue mich als Lukas und Anna mir wieder sicher entgegen krackseln. Mit einer Zufriedenheit und Glückseligkeit in mir geht es wieder hinunter.



Der wohlverdiente Kaffee wartet auf uns und die wohl schon gut befüllten Pisten 😉

Bilder vo Anna, Luki und Linda. Schö wars.

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Pfüati Weihnachtsstress 

In sechs Tagen ist Weihnachten. Oh nein, habe ich schon alle Geschenke? Wer kriegt was? Wann schließen die Geschäfte? Liefert der Onlinedienst pünktlich? … Volle Straßen und Shoppingmeilen, rennende Menschen, laute Weihnachtsmusik und keine Zeit für Familie und Freunde… Halt stop und pfüati Weihnachtsstress, haben wir uns gedacht. Wir hauen ab und nehmen uns Zeit. Besser gesagt wir schenken uns Zeit. Wir machen Freundinnen Wellness im Südtirol. Es geht nach Meran in den Quellenhof. Eine kurvige Straße zwischen hügeliger Landschaft führt uns nach gut dreieinhalb Stunden zum hellbeleuchteten Ziel. Wir sind endlich da. Am Abend erwartet uns schon das erste Fünfgänge Menü…

Das Essen ist spitze und für jeden Feinschmecker ist etwas dabei,  von Sushi, bis Trüffelrisotto, Roast Beef und Schokoladebrunnen. Wir gönnen uns einen feinen Wein und haben endlich Zeit über all die Dinge zu quatschen, für die es sonst an Zeit fehlt. 


Bei einem Gin Fizz und einem Amaretto Sour lassen wir den Anreisetag ausklingen. Es spielt eine spitzen Band an der Bar und die Tanzfläche ist voll. Das hätten wir nicht erwartet an einer Hotelbar 😉 … Am nächsten Morgen geht es aufgeregt los. 10.000 m2 Wellness warten auf uns und wir stürzen uns ins Geschehen. Wir schwimmen im Sportbecken und  lassen im Whirlpool die  Seele baumeln. Ich schaffe es endlich ein Buch zu lesen. Im Alltag fehlt mir hierzu leider oft die Ruhe und Muse.


Nach dem ersten Tag fühlen sich meine Schultern um einiges leichter an. Oft fehlt auch die Zeit sich selber etwas Gutes zu tun. Noch schöner ist das Ganze, wenn man es gemeinsam tun kann. Ich habe lange schon nicht mehr soviel gelacht und geblödelt. Im sprudelnden Salzwasser vergessen wir die Zeit und die Sorgen. „Net hudla“ wird zu unserer Tagesessenz. Wir lassen uns im Spa verwöhnen. Nennen wir es ein Redesign von Kopf bis Fuß 🙂 

 

Nachmittags verbringen wir die Zeit in der Saunalandschaft. Wir schlafen viel. Um 16.30 beginnt der Aufguss „Violine“ in der „See-Event Sauna“. Wir befinden uns im Nacktbereich und langsam tummeln sich bis zu 30 Halbnackte Menschen um uns. 🙂 Kurzeitig überlegen wir zu gehen. Wir fragen uns „Wollen wir wirklich mit 30 fremden Leuten einen Saunaafguss erleben?“ Ja wir tun es. „Neues ausprobieren“ heißt unser Masterplan. Da sitzen wir schon in der Sauna. Es wird dunkel. Die Musik erklingt. Mit dem Handtuch tanzend beginnt die Saunameisterin den Hauch von Lavendel, blauer Vanille und Kräutern im Raum zu verteilen. Das einzigste Licht sind unsere Handtücher, die das Schwarzlicht leuchten lässt. Es ist heiß aber herrlich. Völlig überrascht, entspannt und mit einem Grinser im Gesicht kommen wir wieder heraus. Es war ein richtiges Erlebnis. Eine gemeinsame Erinnerung und Erfahrung fürs Leben. Ach da war doch noch was …stimmt in sechs Tagen ist Weihnachten. Wir haben wohl die Zeit vergessen. 

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Eine Nacht auf der Rinderalpe 

Im Sommer ist meine kleine Schwester Anna Hirtin auf der Vergaldner Rinderalpe. Mit ihrem Freund Simon und den beiden Hirtenhunden Meiti und Sonntag verbringen sie um die 100 Tage in den Bergen. Ihre Gäste: ca.210 Rinder und 25 Pferde. Oft haben sie auf ihren Hütten keinen Strom oder sogar kein fließend Wasser.

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Sobald ich Zeit habe und es Wochenende ist heißt es für mich „nix wia ussi“ und hoch auf die Alpe zu meiner Schwester.
Meine Anreise starte ich vom Kuhstofel (Kuhstall) im Vergaldner Tal aus. Trotz genauer Überlegungen was ich brauche und der Reduzierung auf das Nötigste, ist mein Rucksack sehr schwer und vollgepackt.Das liegt wohl an meiner Kamaraausrüstung und den Mitbringseln für Anna und Simon. In dieser Sache kann man mich wohl als moderne Schmugglerin bezeichnen 😉 Als Schmuggelware beliebt sind alle frischen Sachen, wie Obst, Salat, Milch, Butter und natürlich auch Schokolade. Mit meinem Hirtenstock und Gepäck laufe ich los. Es ist immer noch sehr heiß und die Schwüle drückt mir entgegen.

Gut 35 Minuten später hör ich die ersten Laute von Meiti, dem kleinen, quickfidelen Appenzellermischling. Anna’s Silhouette zeichnet sich über dem Bergkamm ab und ein paar Meter dahinter wedelt aufgeregt Sonntag mir entgegen. Ich freue mich riesig alle wieder zu sehen, da ich sie im Tal oft sehr vermisse. Zu still ist es zu Hause ohne ihnen.

Angekommen auf der Schafberghütte suche ich erst einmal einen kleinen Platz für mein Gepäck, damit es nicht im Weg rumsteht. Es liegt Aufbruchsstimmung in der Luft, Anna und Simon packen schon die wenigen Dinge die sie mitnehmen zusammen um am nächsten Nachmittag zu „zügla“ und auf die nächste Hütte zu ziehen. Nach einer viertel Stunde geht es wieder los. Anna und ich müssen zum „Vech ga luaga“ und noch einmal hoch zum Matschuner Joch. Auf dem Weg entdecken wir eines der letzten Schneefelder. Wir blödeln mit Sonntag und Meiti eine Runde und genießen die menschenlose Aussicht. 😉 Bis auf ein paar neugierige Murmeltiere sind wir mausalleine und es ist mucksmäuschenstill. Schneeballschlacht im Hochsummer – herrlich.

Angekommen am Matschuner Joch freuen wir uns, da mit dem Vech alles in Ordnung ist. A Freudatänzle unter Schwöstra inklusive…


Es wird langsam dunkel und wir machen uns auf den Weg zurück zur Hütte. Kurzzeitig beginnt es zu Hageln, es hört aber Gott sei Dank schnell wieder auf.

Der Abend bricht herein und ich habe Glück. Simon meint, „Linda immr wenn du zBsuach hoba bisch isch a wahnsinns Obadstimmig“ und er hat recht. Langsam ziehen die Nebelschwaden zwischen die langen Gräser vor der Hütte und tauchen den Abend in kitschig schöne Pastellfarben.

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Ich sitze mit Anna barfuß im hohen Gras und wir schauen in die Ferne ins Tal. Wir hören nichts, außer Meitis Juchzer.

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Mystisch legt sich der Nebel zwischen die Spitzen des Muntavuner Panoramas. Es ist einer dieser Momente, an dem die Welt still steht  und der Moment zu Ewigkeit wird. Es wird mir wieder einmal klar wie wenig ich brauche um glücklich zu sein.

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Langsam werde ich müde. Anna liegt schon im Bett und liest ein Buch. Simon und ich basteln noch eine Weile an der Kamera herum und nehmen ein paar Nachtaufnahmen auf. Es ist sternenklar und der Himmel ist zum Greifen nah. Es wird stockdunkel. Zeit um ins Bett zu gehen. In vier Stunden geht es schon wieder los. Wir wollen den Sonnenaufgang am Joch erleben…Zufrieden und glücklich schlafe ich ein.

 

 

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Warum eigentlich Muntavu mit V?

Auf den Namen Muntavu bin ich durch meine Recherchen im Schrunser Heimatmuseum für meine Bachelorarbeit gestoßen. Der Name „Muntavu“ wurde erstmals 1300 belegt und ist somit die älteste Bezeichnung für das Tal Montafon. Er ist eindeutig romanischen Ursprungs und versteht sich als Zusammensetzung aus „munt“, lateinisch „mons“, Berg, der romanischen Bezeichnung für Bergweide bzw. Almgebiet und „tovon“, Tobel zu „tovo“, Rinne, Graben, Röhren. Somit heißt Muntavu praktisch übersetzt „Almgebiet mit Tobeln“. Unter Einheimischen wird der Name immer noch in der ursprünglichen romanischen Betonung unter „Muntafu“ gesprochen. Der Talname wurde nicht vor 1000. n. Chr. eingedeutscht. Ich konnte mir somit keinen schöneren Namen vorstellen.

Hier der Link zum Making of meiner Bachelorarbeit „Muntavu“

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